Austellung

Videoscreening „Verwertung“

Kuratiert von Laila Evensen und Paul Prendergast

Unter dem zentralen Thema „Verwertung“ wurden Filme ausgesucht aus den Bereichen:

„sound driven film“ (Musikvideos, aber nicht notwendig) und „film driven sound“ (Filme die das Ereignis Geräusch aufzeichnen), der Film als Form des Widerstandes, Cut up`s, Dokumentarfilme, Animationen und experimentellen Kurzfilme

mit Arbeiten u. a. von:

Bob Levene (UK), Alex Pearl (UK), Ina Helen Otzko (NO), Anne Senstad (NO), Rob Gawthorpe (UK), Christopher Gladwin (UK), Ben Gwilliams (UK), Peter MC Partlan (UK), Jo Millett (UK), Veronica Mota (MX), Daniela Gast (DE), Michael Smyth (IE), Paul Prendergast (IE), Laila Evenson (NO), Jennifer Baumeister (DE), Thad Povey(USA), Sylvia Schedelbauer(DE/JAP), John Smith (UK), Venessa Renwick (USA),Thorsten Fleisch(DE), Ronnie Close(IE), Yvonne Bucheim(DE), Craig Baldwin(USA), Gareth Kennedy and Sarah Browne(IE).

Künstler der Ausstellung

Angela Nina Yeowell (USA)

Sie kreiert Klänge, Videos, Performances und Kostüme und ist an den Berührungspunkten der persönlichen und universellen Lebensgeschichten interessiert. Mit Hilfe der unbewußten Körpersprache deckt sie die Geschichten auf.

Installation "ohne Titel"

Textitilien und Drucke als Selbstdarstellung eigener Verwertung.

Bartek Novak (PL)

Studierte in Polen von 1997 – 2003 Kunst und promovierte 2003. Inizierte 2008 die von ihn kuratierte Künstlerplattform Terminal08. Studied in Institute for Fine Arts, Zielona Gora, Poland (1997 – 1998) and Academy of Fine Arts in Poznan.

Installation „News Ticker Shredder“

Diese Installation verwertet den Prozeß der Umkehrung/Dekonstruktion/Recycling von Zeitungen als ein Produkt für das menschliche Bedürfnis nach Nachrichten. Dabei werden Meldungen und Vergänglichkeiten überdacht und ein charaktervolles Überfluten von Informationen erzeugt.

Bruno Kretz (FR)

Ein französischer Bildener Künstler und Musiker, seit 5 Jahren in Berlin lebend. Seine Arbeiten sind auf die Idee fokussiert, mit gegebenen Mitteln eine optimale Grundlage zu tranzendieren.

Installation "Sensor"

Eine interaktive Licht-Installation, bei der Lampen aus gefundenen Materialien aus dem Schwimmbecken des Stattbad Wedding zur einer neuen Verwendung verwertet werden.

Daniela Gast (DE)

Sucht in ihren Arbeiten als Video- und Installationskünstlerin nach Emotionen, welche die technischen und konzeptionellen Aspekte des Gleichen überbrücken.

Multimedia-Installation „Karl is coming later?“

Eine durch Video, Klang, Objekt und Raum ausgedrückte unschuldiger Bestimmung des Begriffs „Verwertung“.

Frank Bartz (DE)

1968 in Hameln/Weser geboren, studierte von 1997 – 2004 Bildene Kunst an der FH Hannover, Kurt-Schwitters-Forum und Klangkunst bei U. Eller. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

Installation „Watertubes"

Ein zum Teil Blau gekachelter Raum. Tür auf, Gitterrosttreppe rauf, zwei mal zwei Kachelräume werden von Oben einsehbar. Diese vier "Kachelkammern" werden mit jeweils einem Breitbandlautsprecher installiert. Hierfür sind Klangspuren entwickelt, deren Inhalt auf hörbare Röhrräume und performative Handlung rückführbar sind. Zur Lautsprecherinstallation werden Lampenstrahler in die "Kachelkammern" installiert.

GoGo Trash (DE/DK)

Performance-Kollektiv aus Berlin, gegründet 2005, arbeiten ausschließlich mit Recycling-Material, hauptsächlich Plastik. Daraus entstehen visuelle und akustische Installationen, zu denen Choreographien aufgeführt werden.

Installation „Wiederverwertungsmaschinerie“

Plastik und anderer Zivilisationsabfall werden um ausgemusterte Gerätschaften des Stattbads bearbeitet und zu einem neuen Objekt verwertet.

Iben Toft Nørgård (DK)

Spezialesiert in Collagen, mit der Hand ausgeschnitten und einer Prise Schwarzen Humors und Aufmerksamkeit zum Detail neu zusammengeführt. Sie bettet ihre Arbeit in zeitlose Rahmen ein, die figürlich und bildlich auf den ersten Blick erscheinen, aber auch mit unterlegten Surrealismus durchscheinen läßt.

Collage „Caution“

Collage „Caution“ Ein makaberes Scenarium über ein privates Familienfoto. Die Verwertung von Bildern mit surreallistischen Mitteln.

Jennifer Baumeister (DE)

Lebt in Berlin und arbeitet in verschiedenen Kunstrichtungen und drückt sich durch verschiedene Medien aus: Installationen, Video, Malerei und Skulptur

Video-Installation„Death Row Visit“

Die Installation „Death Row Visit“ betrachtet die Verwertung von Augenblicken, die den Menschen in den Todestrakten der amerikanischen Gefängnissen bleibt.

Lars Lundehave Hansen (DK)

In der letzten Dekade hat er in den Bereichen Ambient/Drones und Noise als Klangkünstler und Promoter gearbeitet. Die Hauptarbeiten seiner Installationen beziehen sich auf die Zusammenhänge zwischen Klang, Raum, Aktion und Reaktion.

Installation „ohne Titel“

Erschaffung neuer Schreine von vergänglichen obsoleten Bedürftigkeiten fürs morgendliche Opfer. Der Soundtrack für das goldene Kalb.

Laila Evensen (NO)

Norwegische Künstlerin, in Berlin und Hausgesund arbeitend. Seit Ende der 90er arbeitet sie in den Bereichen Fotografie, Film, Video und Installationen. Ihre Arbeiten basieren auf der Idee von Rollen und Identitäten in Bezug der Entwicklung von öffentlichem und privatem Raum, wo der Einzelne in einer immer schnelleren Gesellschaft existieren muss.

Video-Arbeit “Paper Dress”

Performance mit Kamera und selbstgeschneidertem Papieranzug

Video-Arbeit “Small-Still moves”

Basierend auf dem Buch “Der Künstlerische Tanz Unserer Zeit” – kopiert und neu zusammengestelltes Material aus den 1920ern.

Lifeloop (IE)

Seamus O'Donnell wohnt und arbeitet seit 1994 vorzugsweise im Osten Berlins. Seit 1999 entwickelt er Klangereignisse für Performances und Installationen, die auf verschiedenen Festivals und Konzerten zum Einsatz kommen.

Audio-Installation „Infinite Loop Surveillance“

Zwei Tonbandschleifen laufen über vier Tonbandgeräte, installiert in einem verdunkelten Raum des friedrichstadtZentral. Während zwei vder Tonbandgeräte ständig den Klang des Raumes aufzeichnen, spielen die zwei anderen Geräte diese Aufzeichnung gleichzeitig ab. Diese Arbeit ist eine Anspielung auf die Hypothese, daß von anscheinend leeren Tonbandaufnahmen manchmal Botschaften von "jenseitigen Wesen" zu hören sind. Dieses Phänomen wird oft als "Tonbandstimmen" bezeichnet. Hiermit soll erprobt werden, ob sich noch irgendwelche Kindergeister im Haus aufhalten.

Matt Grau (DE)

Der Künstler und Musiker Matt Grau analysierte als Umwelttechniker Siedlungsabfälle in Deutschland und weiteren EU-Ländern. Ästhetik und Abschaum des Mülls zeitigt er in Konsumlandschaften. Temporäre Kunst - begonnen im fotografischen Moment und weitergeführt zur künstlerisch gestalteten Collage.

Installation "im Zwischenreich 2010"

Fotografien von Müll, eingerahmt von Papierschnippseln und mit anderen Abfällen zur einer neuen Verwertung überreicht.

Michael Schmacke (DE)

Bekannt auch als Fake Master, ist Musiker und Filmanimator, der sicher immer wieder die Frage stellt: Wer, was und wo eine Realität vorhanden ist.

Installation „ohne Titel“

Mit Field-Recordings aus Berlin und einer Sammlung von Abfall, in den Jahren 1996 bis 2000 von Ruprecht Wegner gesammelt, wird ein Raum erschaffen, der die Frage nach Verwertung von Konsummitteln überprüft.

Ohmnoise (DE)

Markus Schwill (*1967), Geräuschmusikkünstler und Performer, Gründer und Kurator der DIENSTbar und musikalischer Direktor des CD Kreisverband Friedrichshain. Lebt seit 1988 in Berlin und hat sich seit den frühen 1980er Jahren sich mit Musik, Video und Malerei beschäftigt.

Audio-Installation „Verwertung 2010“

In dieser Audioinstallation werden politische und gesellschaftliche Themen aus unterschiedlichen Perspektiven verwertet. Die unterschiedlichen Meinungen geben dem Zuhörer die Möglichkeit alte Positionen zu überdenken und neue Möglichkeiten zu erahnen.

Olivia Pils (DE)

Die Künstlerin Olivia Pils (Fake Mistress) lebt und arbeitet seit 1992 in Berlin. In ihren Installationen lässt sie mit mittels beweglicher Skulpturen, Licht und Sound atmosphärisch dichte und bizarre Welten entstehen. Als Solo-Performerin von Musik nutzt sie vornehmlich ihre klassisch ausgebildete Stimme, um die Grenzen zwischen Gefühl und Groteske zu erproben. Die Musik besteht aus einer Mischung von Samples von Feldaufnahmen, Filmen und Stücken klassischer Musik, so daß auch hier neue Eindrücke entstehen, die in schneller Abfolge verschiedene Emotionen, Filme und Geschichten heraufbeschwören.

Multimedia-Installation „Verwertung“

Hierfür benutzt die Künstlerin elektronische Haushaltsgeräte, deren Motorengeräusche theatralisch in Szene gesetzt werden. Die symbolische Bildhaftigkeit der gebrauchten Alltagsgegenstände wird zu einem neuen Bild zusammengefügt, in dem, wie bei einem Musikton, viele andere Bilder mitschwingen.

Origami Boe (NO)

Der auf den Kanaren lebende Noise-Künstler stellt seit einigen Jahren „akustische Laptops“ her. Kleine Holzboxen mit Schrauben, Metallwolle, Federn und anderem Kleinkram werden „elektronisch“ verstärkt und können bespielt werden.

Paradox Paul (GB)

Paul Woods, aka Paradox Paul, lebt als Konzeptkünstler seit 1992 in Berlin. Von 1999 bis heute besessen von dem Thema Stühle. Er gründete und betrieb „Gallery Wallywoods“ von 2004 – 2009, und seit der Gründung des „Broken Piano Orchestra“ in 2008 verband er seine Leidenschaft für Stühle mit einer Fazination für dekonstruierte Klaviere und verwertet sie als Throne, Skulpturen und Tötungsmaschinen wieder.

Audio-Installation "Piano Installation"

Für das Verwertung“-Festival wird eine Installation von Klavierdekonstruktionen erarbeitet.

Paul Prendergast (IE)

In Irland geboren und als Fimemacher, Medienproduzent und Film-Dozent in Berlin lebend. In seinen Filmen integriert er den theoretischen Exkurs der aktuellen Kulturdebatte. Viele seiner Arbeiten handeln von kulturellen, sozialen, philosophischen und politischen Themen, denen er sich aufrüttelnd, einfühlsam, dramatisch und provokativ nähert.

Video-Arbeit „How to cut up rough“

16mm-Schnittreste wurden auf verschiedenste Weise bearbeitet und verwertet in ein neue Erscheinung des Inhalts, ihrer Werte und Einsichten.

Video-Arbeit „The Devilus“

Dieser Film, basierend auf den „Detourment Principal“, kombiniert gefundene Klangfetzen mit verwerteten Sequenzen, und durchleuchtet die einheitliche Medienpropagandamaschine.

Sciolist (IE)

Sciolist ist der Spitzname von Philip Morris, einem in Irland geborenen Klangkünstler, Sounddesigner und Produzenten. Er lebt und arbeitet in Berlin. Neben reinen Klangprojekten wie Konzerten, Installationen und Musikproduktionen war er weltweit eingebunden in zahlreiche Projekte wie Tanz, Video, Oper, Theater, Komödie, Film und weitere audiovisuelle Projekte.

Audio-Installation "Piped Music"

Diese Arbeit kombinert zwei räumlich getrennte Elemente. Sie verbinden sich zusammen durch einen akustischen Teil, der mechanisch produziert wird, und einem synthetischen Klang aus dem zweiten Raum.

Seiji Morimoto (JP)

Geboren in Tokyo 1971, studierte Musikwissenschaft an der Kunitachi Hochschule für Musik in Tokyo. Morimoto interessiert sich für die unsicheren Erscheinungen zwischen gewöhnlichen Objekten, wie zum Beispiel Wasser und Steinen und dem technischen Medium. Er lebt und arbeitet seit 2003 in Berlin.

Audio-Installation „Geysir“

Die große Tankanlage, die außer Betrieb ist, kommt wieder zum Leben. Klänge der Einbildung. Davon ist noch etwas zu verwerten.

Simon Kühn (DE)

1971 in Karlsruhe geboren. Er studierte Komposition an der Folkwang Musikhochschule in Essen bei Nicolaus A. Huber. Zwischen 1992 und 1995 beschäftigte sich Kühn intensiv mit Techno und seit 1993 forscht und experimentiert er mit Niederfrequenzen; zu diesem Zeitpunkt entstanden auch die ersten Kompositionen, die auf low-frequency Informationen basieren. Simon Kühn lebt als freischaffender Komponist in Berlin.

Audio-Installation „Les Règles De Solitude“

StØrfan Sender (DE)

Berliner Künstler und Mitglied des Salon Bruit, an Verbesserung und Improvisation interessiert.

Audio-Visual-Installation„Montage“

Eine Saison als Monteur in 80000 Bildern und Tonschleifen. Verschiedene Videoschleifen, bestehend aus ca.80000 Handyfotos, versuchen die Tristesse der Veränderung darzustellen. Montage ist ein Versuch, unabwendbare Arbeits- und Reisezeiten künstlerisch zu verwerten.

Twilight Claps & Thunders (GB/CAN)

Kate Donovan (GB) und Ryan Karolidis (CAN) führen seit 2007 cinematische Installationen auf.

Multimedia-Installation „Back Through“

In dieser Installation werden Standbilder animiert, mechanische Klänge werden elektronisch, Maschinen transformieren sich aus ihrer ursprünglichen Verwendung, um die Illusion eines Kinoerlebnisses zu kreieren. Längst verborgene Erinnerungen kommen zum schemenhaften Vorschein.